Preisgekröntes Projekt zur globalen Gerechtigkeit - Die Rems und ihre fairen Kirchengemeinden

Ein Fluss und viele Menschen, die sich für globale Gerechtigkeit einsetzen. Das außergewöhnliche Projekt „Faire Rems“ hat es geschafft, dass bis dato 30 Kirchengemeinden beim Thema „fairer Umgang mit Ressourcen“ an einem Strang ziehen. Diese Idee gefiel so gut, dass die Organisatoren jetzt mit dem ersten Platz beim Innovationspreis der kirchlichen Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung und der Karl Schlecht Stiftung ausgezeichnet wurden.

Mit fairer Schokolade fing alles an. Die haben nämlich alle Kirchengemeinden entlang der Rems bekommen. Und die Schokolade zeigte Wirkung. Oder vielleicht war es ja auch das Schreiben, das dem süßen und fairen Präsent beigefügt war. Darin erklärten die sechs beteiligten Bildungswerke ihre Idee und luden zum Mitmachen ein. Die an der Rems gelegenen evangelischen und katholischen Bildungswerke taten sich zusammen, um mit der Aktion „Faire Rems“ die Kirchengemeinden entlang der Rems dafür zu gewinnen, sich für faires und nachhaltiges Handeln einzusetzen. „Vor dem Hintergrund der diesjährigen Remstalgartenschau wollten wir die Kirchengemeinden für eine gemeinsame Aktion gewinnen, die über das eigene Umfeld hinausgeht und es den Menschen ermöglicht, sich mit der Bewahrung der Schöpfung zu beschäftigen“, sagt Henrik Althöhn, Sprecher der Aktion.  Das Angebot sollte möglichst niederschwellig und so gestaltet sein, dass die Gemeinden ohne größere Hürden vom Konzept zum konkreten Handeln gelangen können. Auch das Team Faire Gemeinde von Brot für die Welt war sofort angetan von der Idee und unterstützte tatkräftig.

Aus einem Katalog von acht Kriterien müssen drei erfüllt werden, um das Zertifikat „Faire Gemeinde“ bekommen zu können. Die Mitwirkenden konnten wählen zwischen „Fairer Bewirtung“, „Verkaufsstelle fairer Produkte“, „Faire Geschenke“, „Faires Spielzeug“, „Müllvermeidung“, „Recyclingpapier“, „Ökostrom“ und „Fairer Umgang mit Ressourcen“. Außerdem gehört eine Bildungsveranstaltung zur Vorgabe, die von den Bildungswerken organisiert wird. 92 evangelische und katholische Gemeinden haben die Organisatorinnen und Organisatoren angeschrieben, fast ein Drittel von ihnen sind nun bereits an Bord und dürfen sich künftig mit dem Siegel „Faire Gemeinde“ schmücken. In Anbetracht der einjährigen Projektzeit ist das eine recht stattliche Zahl. Auch in der breiten Öffentlichkeit fand das Projekt viel Resonanz, die örtlichen Medien berichteten zahlreich über die verschiedenen Aktionen. Das wichtigste an der Sache aber ist, dass sich nun wie an einer Perlenschnur von Essingen bis Remseck evangelische und katholische Gemeinden und Einrichtungen aneinanderreihen, die gemeinsam einen Beitrag zum Thema Globale Gerechtigkeit leisten – und sicherlich noch weitere Perlen dazukommen werden.

 Text: Monika Johna

 Der Innovationspreis

Der Innovationspreis der kirchlichen Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung und der Karl Schlecht Stiftung wurde 2017 zum ersten Mal ausgelobt und 2019 nun zum zweiten Mal vergeben. Der dritte Preisträger erhält 500 Euro, der zweite 2.000 Euro und der Erstplatzierte darf sich über 5.000 Euro freuen. Die kirchliche Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung ist ein Zusammenschluss kirchlicher Einrichtungen. Hierzu gehören die Evangelische Erwachsenen- und Familienbildung in Württemberg, die Diözesanarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung e.V., die Evangelische Erwachsenen- und Familienbildung in Baden, die Katholische Erwachsenenbildung Diözese Rottenburg-Stuttgart e.V. und das Bildungswerk Süd der Evangelisch-methodistischen Kirche. Bewerben konnten sich alle Bildungseinrichtungen der fünf Landesorganisationen.

Was ist die Faire Gemeinde?

Die „Faire Gemeinde“ ist eine Initiative des Diakonischen Werks Württemberg und der Landesstelle Brot für die Welt in Kooperation mit dem Umweltbüro und dem Dienst für Mission, Ökumene und Entwicklung (DiMOE) der Evangelischen Landeskirche in Württemberg sowie dem Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e.V. (DEAB). Die Initiative ermutigt und unterstützt Kirchengemeinden, ihren Einkauf und ihr Konsumverhalten fair und nachhaltig zu gestalten.

Weitere Informationen unter www.gemeinden-handeln-fair.de Weitere Informationen zur Aktion Faire Rems finden Sie unter www.faire-rems.de